#1 Start in unser großes Abenteuer

 

Es ist der 13. April 2021. Nach langem Hin- und Her haben wir uns dafür entschieden, an diesem Tag auf unser großes Abenteuer aufzubrechen.

Ein Dienstag... warum ein Dienstag? Nun ja... für unsere erste Anlaufstation - Kroatien -  benötigen wir einen aktuellen, negativen Covid-19 PCR-Test. In den Tagen vor der Abreise haben wir noch die letzten Kleinigkeiten organisiert. Die Koffer sind gepackt, die Freunde verabschiedet, Dokumente sind eingepackt, kopiert und auch digital mit dabei. Und dann ist es soweit. 

 

Der Wecker klingelt um 7. Wir sind beide schon vorher wach! Ein Augenblinzeln aus dem Fenster... wir können unseren Augen kaum trauen: Schnee!? Das kanns jetzt wirklich nicht sein! Regen sind wir ja bereits gewohnt, aber Schnee? Naja... öfter was neues!! Das hält uns jetzt auch nicht davon ab, aufzubrechen.

 

Den Start unseres Abenteuers zu verschieben, kommt nicht in Frage. Zu groß ist die Anspannung, Aufregung und Vorfreude auf das, was kommen mag. Und außerdem haben wir bereits am Vortag den PCR-Test für die Einreise nach Kroatien gemacht. Das Ergebnis lässt jedoch noch auf sich warten!

 

Nochmals verabschieden wir uns von den Eltern. Der Abschied fällt schwer! Aber um kurz nach 10 starten wir los. Einerseits mit schwerem Herzen, andererseits mit Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer. 

 

Nun sind wir endlich "on the Road". 

 

Und können es selbst noch nicht fassen.

 

Einmal quer durch Österreich und Slowenien. Knapp 450km Autobahn durch Regen und Schnee. So hatten wir uns das eigentlich nicht vorgestellt. Aber wir spulen die Kilometer einfach runter. Und auch diese Fahrt ist bereits ein Hauch von Abenteuer! Bei Temperaturen zwischen -1°C und +3°C fahren wir bei Schnee und Regen quer durch Österreich und Slowenien, teilweise auf bis zu 1600 Höhenmetern. Die zahlreichen Tunnel sind eine willkommene Abwechslung, hier steigen die Temperaturen auf bis zu kuschlige 10°C an!

 

Die Grenzübertritte nach Österreich und Slowenien verlaufen glatt. Die Grenzbeamten können sich wohl denken, dass zwei nasse, eingeschneite Motorradfahrer es eilig haben, gen Süden zu kommen. So haben sie Mitleid mit uns und winken uns einfach durch. 

 

An der kroatischen Grenze dagegen erwartet uns eine lange Schlange. Wir sind dreist, und drängeln uns etwas vor, um nicht ewig im Regen anzustehen. Hier werden zumindest die Pässe kontrolliert. Das Ergebnis des PCR-Tests, das noch am Mittag per Mail kam, interessiert nur am Rande. Der Grenzer sichtet die Unterlagen und lässt uns dann passieren. 

Wir sind gut drauf, schwingen uns zu unserer Unterkunft. Dort angekommen erwartet uns eine liebe Dame und ein warm eingeheiztes Apartment. Wir beide sind erschöpft. Von der Fahrt, von den Emotionen, vom "Endlich-Losfahren".

 

Wir fallen früh ins Bett und werden am nächsten Morgen von der Sonne, die durchs Fenster blinzelt, aufgeweckt. Das kann nur Gutes bedeuten! Ab jetzt können wir es langsam angehen lassen. Immer der Sonne und dem Bauchgefühl nach, das uns jetzt erst mal Richtung Süden zieht....

 

Boxenstopp im Hinterland Kroatiens, an der slowenischen Grenze
Boxenstopp im Hinterland Kroatiens, an der slowenischen Grenze

Und so lassen wir uns die nächsten Tage einfach treiben! Das Wetter ist uns mal mehr, mal weniger hold, und so machen wir doch einige Kilometer. 

 

Wir sind beeindruckt von der Vielfalt Kroatiens. Neben den Hotspots an der Küste und den Inseln - wir besuchen die Inseln Krk, Pag sowie die Halbinsel Peljesac , Fährfarten inklusive :)  -  machen wir auch den ein oder anderen Abstecher ins Hinterland. Und sind teilweise sprachlos, wie einfach und verlassen die Gegend hier ist, kaum 100km abseits der Küste. Die Häuser verlassen, verfallen, zerbombt.... Einfachste Bauern mit ein paar Kühen oder Schafen, die freilaufend auch mal mitten auf der Straße stehen. 

 

Und dann wieder dieser starke Kontrast zu den Orten Split oder Dubrovnik! Wahre Touristenmagneten, wundervolle wiederaufgebaute Häuser und Burgen. "Dank" der aktuellen Situation sind die Städte jedoch ungewöhnlich menschenleer. Und so können wir nahezu ungestört Sightseeing betreiben. 

 

Die Menschen, denen wir begegnen, sind meist überrascht uns zu sehen. Touristen sind derzeit eher ungewöhnlich. Ob dies nun mehr den Reisebeschränkungen geschuldet ist oder ob sich Kroatien Mitte April einfach noch im Winterschlaf befindet, lässt sich nur schwer sagen. Aber uns begegnen durchwegs positive und freundliche Blicke, manchmal zwar etwas verwundert, wobei dies wahrscheinlich an unserer Erscheinung liegt :-D 

 

Schwierigkeiten haben wir teilweise bei den Übernachtungsmöglichkeiten, viele Campingplätze und Apartments haben noch geschlossen. Aber nach ein wenig Sucherei finden wir stets was passendes, auch wenn wir manchmal etwas weiter fahren müssen als geplant. 

 

Den ein oder anderen Bikern begegnen wir auch, es überwiegen jedoch die Scooter-Fahrer. Wobei Scooter hier teilweise 600ccm oder mehr haben, und so locker mit uns mithalten können! Die Motorradfahrer, denen wir begegnen, sind meist waschechte Biker mit Lederkutten und zahlreichen Aufnähern. Wir zeigen keine Scheu, und so schießt der Präsident (laut Kuttenaufnäher) von uns sogar noch ein Foto :) 

 

Bei einem Umweg aufgrund Straßensperrung treffen wir 3 Biker, welche von uns ein Foto schießen :)
Bei einem Umweg aufgrund Straßensperrung treffen wir 3 Biker, welche von uns ein Foto schießen :)

Wir geniessen die Tage in Kroatien. Aber irgendwie sind wir noch nicht angekommen im Reisemodus. Kroatien kennen wir bereits, wenn auch nicht in- und auswendig, aber uns reizt das Neue und Unbekannte! Also machen wir schnell Meter Richtung Montenegrische Grenze. Wie der Grenzübertritt dort abläuft, bleibt noch spannend...

 

Unsere grobe Route durch Kroatien
Unsere grobe Route durch Kroatien